Bull-Bear-Bewertungslogik: Die fünf MarketInsider-Stufen
Der MarketInsider-Composite-Score ist eine Zahl zwischen 0 und 100. Damit sie für Menschen lesbar wird, übersetzt das System sie in fünf qualitative Klassifikationsstufen — die Label, die Sie überall in der Übersicht, im Dashboard und in Alerts sehen.
Die fünf Stufen
Was die Schwellen bedeuten
- Stark Bullisch (≥ 80): Mehrere starke Signale gleichzeitig — typisch Insider-Käufe + steigende Holder-Breadth + positive Fundamentals. Hohe Konfidenz.
- Bullisch (60–79): Überwiegend positive Indikatoren, einzelne Komponenten neutral. Solide, aber keine Garantie.
- Neutral (40–59): Gemischte Signallage. Manche Komponenten positiv, andere negativ — keine klare Richtung.
- Bearisch (20–39): Überwiegend negative Indikatoren. Insider-Verkäufe, fallende Institutional-Flows, schwache Fundamentals.
- Stark Bearisch (< 20): Mehrere Risikosignale parallel. Häufig kombiniert mit 8-K-Malus.
Der Treasury-Threshold-Shift
Hier liegt eine Besonderheit, die viele Anleger übersehen: Die Schwellen sind nicht statisch. Sie passen sich an das aktuelle Zinsumfeld an.
Begründung: Wenn Tagesgeld 4 % bringt, ist eine Aktie mit erwarteter Rendite von 5 % nicht mehr „bullisch" im klassischen Sinn — die zusätzlichen 1 % rechtfertigen das zusätzliche Risiko nicht. Liegt das kurzfristige Zinsniveau dagegen niedrig (wie etwa 2020-2021), bleiben die Standard-Schwellen 80/60/40/20 unverändert.
Liegt das Zinsniveau spürbar über dem neutralen Bereich, wandern alle Schwellen ein paar Punkte nach oben — ein Teil der Bullish-Klassifikationen „verschwindet" damit automatisch, wenn die Märkte gegen risikofreie Zinsen kämpfen müssen.
Composite vs. Composite-Raw
Eine subtile Unterscheidung: Der gespeicherte composite_score enthält bereits den 8-K-Risk-Malus (siehe „8-K Material Events erklärt"). Aber die Label-Klassifikation verwendet den composite_raw (vor Malus-Abzug).
Warum? Wenn ein Stock vom Score her „Bullisch" wäre, aber durch ein altes 8-K-Event (z. B. CEO-Wechsel vor langer Zeit) noch ein paar Maluspunkte trägt, soll das Label nicht plötzlich „Neutral" werden. Der Malus zeigt sich als separate Spalte (risk_malus), beeinflusst aber die Bewertung nicht ruckartig.
Was die Label NICHT sind
Ganz explizit:
- Keine Anlageempfehlung — MarketInsider ist ein Informationsdienst (registrierungsfrei nach BaFin-Maßstab), kein Wertpapierinstitut. Die Label sind statistische Klassifikationen, nicht Kaufaufrufe.
- Keine Garantie — Selbst eine „Stark Bullisch"-Klassifikation kann scheitern, wenn ein einzelnes Ereignis (Fraud, Black-Swan, Sektor-Crash) die Bewertung obsolet macht.
- Keine Daytrading-Signale — Die Komponenten basieren auf Quartalsfilings, monatlichen Returns und mittelfristigen Trends. Sie eignen sich nicht für Intraday-Spekulation.
- Keine personalisierten Empfehlungen — Die Bewertung berücksichtigt nicht Ihre persönliche Risikoneigung, Anlagehorizont oder Steuersituation.
Wie oft wird klassifiziert?
Der Composite-Score und das daraus abgeleitete Label werden täglich neu berechnet, einmal nach US-Börsenschluss (22:00 UTC). Die zugrundeliegenden Daten (Form 4, 13F, 8-K, Kurse, Treasury) werden mehrmals täglich importiert. Pro Aktie sehen Sie unter /aktien-details immer den aktuellsten Stand.
Wenn das Label wechselt
Stock-spezifische Variant-Events triggern Mail-Alerts, wenn das Label sich ändert (Bullish-Crossover, Bearish-Crossover). Diese Subscription-Funktion ist unter /signal-einstellungen konfigurierbar — ein eingeloggter User wählt selbst, welche Strategie-Varianten ihn per E-Mail informieren.
Lesen Sie auch: Composite Score Methodik, Was ist Beta?, 8-K Material Events.