Wie tickt der Markt gerade?
Das Barometer bündelt etablierte Stimmungs-Indikatoren des US-Marktes zu einer Gesamtlage zwischen Angst (Panik, Ausverkauf) und Gier (Euphorie, Risikofreude). Jeder Wert wird gegen seine eigene Verteilung der letzten 10 Jahre eingeordnet — nicht gegen feste Schwellen.
Stand: 5. Juni 2026
Was die Kombination bedeutet
Die Gesamtstimmung ist ausgeglichen — kein klares Übergewicht von Angst oder Gier. Das Bild ist deutlich gespalten. Aktien- und Kreditmärkte zeigen spürbar mehr Risikofreude, als der Zins- und Makro-Hintergrund rechtfertigt — solche Divergenzen bergen Rückschlagrisiko, falls der Makro-Block recht behält. Auffällig: niedrige Volatilität und enge Risikoaufschläge zugleich — ein typisches Komplazenz-Muster, in dem Märkte verwundbar für externe Schocks werden.
Hinweis: Mindestens ein Indikator beruht auf einem älteren Datenstand und kann das Gesamtbild leicht verzerren.
Die implizite Volatilität ist extrem niedrig — der Optionsmarkt preist kaum Absicherung ein. Sorglosigkeit dominiert, und gerade solche Ruhephasen sind anfällig für plötzliche Rückschläge.
Die Kurve liegt am unteren Rand ihrer Historie (flach oder invers) — eine Konstellation, die traditionell als Rezessions-Vorbote gilt.
Die Risikoaufschläge schwächerer Unternehmensanleihen sind extrem eng — Anleger verlangen kaum Kompensation für Ausfallrisiko. Hoher Risikoappetit, häufig ein Spätzyklus-Merkmal.
Die Finanzierungsbedingungen straffen sich relativ zur eigenen Historie — Liquidität wird etwas knapper.
Die vier Indikatoren
| Indikator | Was er misst | Quelle |
|---|---|---|
| Volatilität (VIX) | Der VIX misst die erwartete Schwankungsbreite des S&P 500 für die nächsten 30 Tage. Niedrige Werte stehen für Ruhe und Risikofreude, hohe Werte für Nervosität und Absicherungsdruck — das „Angstbarometer" der Wall Street. | CBOE / FRED |
| Zinskurve (10J − 2J) | Abstand zwischen 10- und 2-jährigen US-Staatsanleihen. Eine steile (positive) Kurve signalisiert Wachstumsvertrauen, eine inverse (negative) Kurve gilt als klassischer Rezessions-Vorbote. | US-Treasury / FRED |
| Risikoaufschlag (High-Yield) | Renditeaufschlag, den Anleger für US-Unternehmensanleihen schwacher Bonität verlangen. Enge Aufschläge zeigen Risikoappetit, weite Aufschläge Stress und Fluchtbewegungen in Sicherheit. | ICE BofA / FRED |
| Finanzkonditionen (NFCI) | Der National Financial Conditions Index bündelt Geldmarkt-, Anleihe- und Aktien-Risikomaße. Negative Werte stehen für lockere, positive für angespannte Finanzierungsbedingungen. | Chicago Fed / FRED |
Lesehilfe: Die Nadel links (rot) steht für Angst/Ausverkauf, rechts (grün) für Gier/Risikofreude. Maßstab ist jeweils die Verteilung des Indikators über die letzten 10 Jahre — „höher als X % der letzten 10 Jahre" verortet den aktuellen Wert darin.
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