13F-Wertangaben: 5,5 Prozent weichen nach eigener Messung von der SEC-Vorgabe ab

Die US-Börsenaufsicht SEC schreibt seit dem 3. Januar 2023 vor, dass Positionswerte in 13F-Meldungen in ganzen US-Dollar anzugeben sind. Davor galt die Angabe in Tausend. Das ist die Regel. Der Bestand folgt ihr nicht.

Eine Messung über den gesamten von Inside Filings verarbeiteten 13F-Bestand ergab am 31. Juli 2026, dass sich rund 5,5 Prozent der Meldungen nicht an die für ihren Zeitraum gültige Einheit halten — und zwar in beide Richtungen.

Die Zahlen

Filings je Skalierungsgruppe, Stand 31. Juli 2026
GruppeFilingsWirkung auf den Positionswert
Nach dem Stichtag weiterhin in Tausend gemeldet7.561Faktor 1000 zu niedrig
Vor dem Stichtag bereits in Dollar gemeldet837Faktor 1000 zu hoch

Die Zweiseitigkeit ist der eigentliche Befund. Ein pauschaler Korrekturfaktor auf alle Filings vor oder nach dem Stichtag verschlimmert das Ergebnis, weil er die jeweils andere Gruppe erst kaputtmacht.

Zur Einordnung der Zahl: Bezugsgröße sind die zum Stichtag von Inside Filings verarbeiteten 13F-Meldungen, nicht sämtliche jemals bei der SEC eingereichten. Die Messung erkennt eine abweichende Einheit anhand der Kursbasis (siehe unten); Filings ohne verfügbaren Schlusskurs am Periodenende gehen nicht in die Quote ein. Fehlzuordnungen bei der Wertpapier-Kennung oder nicht berücksichtigte Kapitalmaßnahmen können einzelne Filings falsch einsortieren — die Größenordnung des Befunds hängt daran nicht, die zweite Nachkommastelle schon.

Warum das Einreichungsdatum als Kriterium nicht trägt

Die naheliegende Implementierung lautet: Filing-Datum vor dem Stichtag, also mal 1000. Sie ist falsch, und zwar systematisch — bei rund jedem zwanzigsten Filing. Bei einem großen Melder mit dreistelliger Positionszahl schlägt ein einzelnes falsch skaliertes Filing auf jede daraus abgeleitete Größe durch: auf Positionsranglisten, auf Zuflussrechnungen, auf jede Aggregation über Melder hinweg.

Verbindlich ist deshalb nicht das Datum, sondern die Messung am Filing selbst.

Die Messmethode

Jedes 13F-Filing meldet zu jeder Position zwei Zahlen: den Wert und die Stückzahl. Ihr Quotient ist ein impliziter Preis je Anteil. Diesen vergleicht man mit dem tatsächlichen Schlusskurs des Wertpapiers am Ende der Meldeperiode:

  1. Für jede Position: (Wert / Stückzahl) / Schlusskurs am Periodenende
  2. Über alle Positionen des Filings den Median dieses Verhältnisses bilden
  3. Median nahe 1 → in Dollar gemeldet. Median nahe 0,001 → in Tausend gemeldet

Der Median statt des Mittelwerts ist wesentlich: einzelne Positionen mit Kapitalmaßnahmen, Reverse Splits oder fehlender Kursbasis verschieben einen Mittelwert, den Median nicht.

Das Einreichungsdatum bleibt als Rückfallebene für Filings, zu denen keine Kursbasis vorliegt — dort ist die Regel besser als nichts, aber sie ist eben nur die Regel.

Was nicht betroffen ist

Die Stückzahl war zu keinem Zeitpunkt Gegenstand der Umstellung. Genau deshalb taugt sie als Anker der Prüfung: sie ist der verlässliche Nenner, gegen den sich das unzuverlässige Wertfeld messen lässt.

Konsequenz für die Auswertung

Wer 13F-Rohdaten ungeprüft übernimmt, arbeitet bei rund jedem zwanzigsten Filing mit Positionswerten, die um drei Größenordnungen danebenliegen. Ob und wie einzelne Datenanbieter diese Prüfung vornehmen, haben wir nicht untersucht. In Ranglisten fallen solche Positionen entweder ganz heraus oder stehen unangefochten an der Spitze. Beides sieht plausibel aus.

Bei Inside Filings entscheidet über die Skalierung je Filing die Messung; der Bestand wurde entsprechend rückwirkend korrigiert.


Weiterführend: Form 13F erklärt, Unsere Methodik, Datenquellen und Transparenz.

Hinweis: Inside Filings ist ein Informationsdienst, kein Wertpapierinstitut. Dieser Beitrag beschreibt die Datenlage publizierter SEC-Meldungen und die eigene Aufbereitung — er enthält keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung und keine Aussage über künftige Entwicklungen.